EVENT: Ellen Esser macht sich für Empowerment im Alter stark
„Luxoria – Frauen ab 50 ins Licht“: Unter diesem Motto steht ein zweitägiges Festival, das Ende Mai in der ufaFabrik stattfindet. Die Initiatorin ist eine Friedenauerin, die ihren 50sten schon eine Weile hinter sich gelassen hat, allerdings nach wie vor voller Energie steckt. FRIEDA hat die vielseitige Künstlerin Ellen Esser in ihrem nahe dem Friedrich-Wilhelm-Platz gelegenen Zuhause besucht, um mit ihr über die spannende Zielgerade ihrer Planungen zu sprechen.
Frau Esser, worum genau geht es bei Ihrem Festival?
Wissen Sie, ich habe einmal „älteste Sängerin der Welt“ gegoogelt und als Ergebnis kam Cher. Uns allen ist klar, wie sie aussieht und sich gibt. Daran sieht man ganz gut, dass es im Hinblick auf das echte, normale Altern an Vorbildern fehlt: an Perspektiven, die Frauen zeigen, die das erfolgreich und emanzipiert bewältigen und andere damit inspirieren. Das macht unser Festival – mit Künstlerinnen, die sozusagen mit allen Sinnen präsent sind und selbstbewusst ihren Weg gehen.
Im Festival-Programm drückt sich das auf vielfältige Weise aus.
Wir haben Workshops, Panels und Aktivitäten in unterschiedlichen künstlerischen Formaten und offenen Räumen zu Aspekten wie Selbstbestimmung und Aufbruch, Humor und Teilhabe, Sinnlichkeit und Sexualität. Ich selbst bin mit meiner musikalischen Performance „Einmal Liebe und zurück“ dabei.
Wie entstand dieser besondere Mix?
Ich bin regelmäßig beim Stammtisch des Online-Magazins „Palais F*luxx“, das sich ja genau auch damit beschäftigt. Darüber ist ein tolles Netzwerk entstanden. Ich habe dort gefragt, wer mitmachen würde, und es fanden sich viele, die selbst dabei sein wollten beziehungsweise weitere interessante Frauen kennen und ins Spiel brachten.
Aus diesem Netzwerk wurde zuvor ja auch Ihre Idee geboren, das Ganze auf die Beine zu stellen.
Das ist eine etwas längere Geschichte. Angefangen hat alles im „Cosima“ Kino, wo ich mit Katja Hermann ins Gespräch kam, die zuvor mit der Journalistin Silke Burmester von „Palais F*luxx“ zusammengearbeitet hatte. Daraufhin kam es zu einem Interview mit mir in dem Magazin und zu meinem ersten Stammtisch-Besuch. Da wiederum war eine Dramaturgin zugegen, die mich als Gast zu ihrem Podcast einlud. Dort entstand schließlich die Festival-Idee. Mit zwei weiteren Frauen habe ich dafür dann ein konkretes Konzept für eine Umsetzung in der ufaFabrik entwickelt, die ich als Location sehr liebe.
Wie finanziert sich das Event?
Aus der eigentlich avisierten und von uns auch beantragten Förderung wurde leider nichts, aber es gibt Geld über die „Initiative Musik“. Den Rest bringen wir erst einmal privat auf und hoffen sehr, dass wir an beiden Tagen volles Haus haben. Dann kommt dieser Betrag nämlich auch wieder rein.
Sie sind nicht nur mutig, sondern auch so voller Tatendrang – und das mit 83 Jahren. Zuletzt haben Sie 2022 ja auch noch eine Musikkarriere gestartet und nach Schauspiel, Regie und bildender Kunst ein neues kreatives Kapitel aufgeschlagen. Außerdem sind Sie sehr aktiv bei Instagram. Wo kommt all diese Energie denn her?
Vom Theater bin ich damals abgegangen, weil mir klar geworden war, dass ich lieber die Hauptrolle in meinem Leben spielen möchte. Genau das mache ich jetzt. Das Festival ist für mich Selbstverwirklichung. Und was mein Alter angeht, sage ich auch bei meinen Auftritten immer: „Leute, ich kann mich jetzt nicht darum kümmern, ob ich alt bin oder nicht. Ich mach’ das hier jetzt einfach.“
Dann wünschen wir toi toi toi für „Luxoria“!
**Infokasten:**
Das Festival „Luxoria – Frauen ab 50 ins Licht“ findet am 30. und 31. Mai (jeweils ab 14 Uhr) in der ufaFabrik statt. Bis 30. April gibt es Frühbucherrabatt auf Tickets. Alle Infos zum Programm, Teilnehmenden, Preisen und Zeiten finden sich unter LUXORIA
Am 17. April um 20 Uhr tritt Ellen Esser mit ihrem Programm „Berlin, du Ungetüm“ in der ufaFabrik auf. Tickets kaufen